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Immer wieder erhalten wir Hilferufe von unseren Kunden, die einen gepflegten Youngtimer besitzen und hierfür Ersatzteile suchen. Diese sind neu nicht mehr lieferbar oder unfassbar teuer. Da dieses Fahrzeug ihr Leben teils über Jahrzehnte schon begleitet, suchen sie oft Monate verzweifelt, ihr Auto zu erhalten.
Dies gilt übrigens auch für Fahrzeuge, die kaum mehr als 10 Jahre alt sind. Hier muss die Werkstatt schon mal den Kunden sagen:
"Ersatzteil nicht mehr lieferbar und im Zubehörhandel nicht angeboten".
So stehen wahrscheinlich tausende Fahrzeuge irgendwo in Deutschland und können nicht instand gesetzt werden

Wenn die Versicherung den Schaden regulieren muss, bekommt man oft die Information: „Wirtschaftlicher Totalschaden – eine Reparatur ist nicht lohnenswert. Dann bekommt der Kunde nur den schwer einschätzbaren Wiederbeschaffungswert, der oft stark unter den Erwartungen liegt. Bei besonders wertvollen Fahrzeugen sollte man auf jeden Fall ein Wertgutachten erstellen lassen.
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Hier kostet ein neuer originaler Kotflügel ca. 1300 €, Scheinwerfer mit Blinker ca. 600 € und die Stoßstange ca. 500 € (wenn die Teile zu bekommen sind). Es kommen die Kosten für die Instandsetzung und Lackierung hinzu, sodass der Wiederbeschaffungswert von 3000–5000 € schnell überschritten wird.

Nach Berechnungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft waren Autoersatzteile 2024 rund 75 Prozent teurer als 2014. Die allgemeine Inflation lag im gleichen Zeitraum deutlich darunter.
Bereits Anfang der 2000er-Jahre bemühten sich Versicherer und andere Marktteilnehmer darum, ältere Fahrzeuge stärker zeitwertgerecht zu reparieren.
Gemeint war keine Billigreparatur. Gemeint war eine technisch einwandfreie Instandsetzung unter Verwendung von gebrauchten orginlalen Ersatzteil
Das Projekt scheiterte an der mangelnden Vernetzung und Digitalisierung der Autoverwertungen, um einen transparenten Markt zu ermöglichen. Außerdem benötigte man einen einheitlichen, flächendeckenden Qualitätsstandard.
Viele hochwertige Totalschäden mit dessen Ersatzteilen gehen heute noch in unbekannte Kanäle, oft auch ins Ausland
Was damals scheiterte, könnte heute funktionieren. Moderne Autoverwertungen erfassen ihre Teile mit Fotos, OE-Nummern, Fahrzeugdaten und Zustandsbeschreibungen. Onlineplattformen machen Bestände schnell auffindbar. Werkstätten könnten verfügbare Gebrauchtteile dadurch bereits während der Schadenkalkulation berücksichtigen.
Es gibt einige Überlegungen, sogar einen Pool von Autoverwertern zu bilden, die einen privilegierten Zugriff auf Unfallwagenbörsen haben. Im Gegenzug müssen die gewonnenen Ersatzteile bevorzugt den Versicherungen angeboten werden. Entscheidend werden gemeinsame Standards sein: nachvollziehbare Teilequalität, verlässliche Lieferzeiten, digitale Bestandsabfragen und klare Regeln für Gewährleistung und Rückgabe.
Schweden zeigt, wohin die Entwicklung gehen kann: Dort ist die Teilesuche über eine Onlinedatenbank für Autoteile (Bildelsbasen), die direkt mit einem Kalkulationssystem (CABAS) verbunden ist. Werkstätten und Versicherungen können bei einer Schadenberechnung gezielt gebrauchte Ersatzteile mehrerer Autoverwerter anfragen
Für besonders umweltorientierte schwedische Versicherungen gilt
Erst vorhandenes Bauteil reparieren, dann gebrauchtes oder aufbereitetes Bauteil verwenden. Erst dann dürfen Neuteile eingebaut werden. Für diesen nachhaltigen Vorgang wäre allerdings in Deutschland ein Umdenken auf allen Seiten notwendig.