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Ein klassischer VW Käfer, ein alter Mercedes oder ein Golf aus vergangenen Jahrzehnten – für viele Liebhaber sind diese Fahrzeuge mehr als nur Fortbewegungsmittel. Sie stehen für Erinnerungen, Fahrgefühl und ein Stück Automobilgeschichte.
Doch was passiert, wenn der vertraute Verbrennungsmotor durch einen modernen Elektroantrieb ersetzt wird? Hier treffen zwei grundverschiedene Denkweisen aufeinander.
Geht mit dem Verbrenner auch die Seele verloren?
Für überzeugte Oldtimerfreunde gehört der charakteristische Motor zum Fahrzeug wie das Design. Der Klang, die Vibrationen und sogar der Geruch sind Teil des historischen Fahrerlebnisses. Ein Oldtimer ohne seinen ursprünglichen Motor verliert für sie einen wichtigen Teil seiner Identität.
Fortschrittlich denkende Fahrzeugbesitzer sehen das anders. Für sie zählt vor allem, dass ein Klassiker erhalten bleibt und auch in Zukunft genutzt werden kann. Warum sollte ein gut erhaltenes Fahrzeug ausrangiert werden, nur weil seine Antriebstechnik veraltet ist? Auch der Umweltgedanke sowie die Betriebskosten in der Zukunft spielen eine Rolle
Tradition bewahren oder Zukunft ermöglichen?
Vielleicht muss es gar keinen Gewinner in dieser Diskussion geben. Ein seltener Oldtimer im Originalzustand verdient ebenso seine Berechtigung wie ein älteres Alltagsfahrzeug, das durch einen Elektroantrieb weitere Jahre genutzt werden kann.
Honda Prelude Foto: ZidaneHartono Wikimedia Commens-CC BY-SA 4.0
Manta GSE Foto: Alexander Migl Wikimedia Commons – CC BY-SA 4.0
Trabant Foto:Jan-Erik Finnberg Wikimedia Commons, CC BY 2.0.
Renault 5 Foto:Christopher Ziemnowicz Wikimedia Commons CCBY4.0
Lohnenswert ist der Umbau natürlich nur, wenn sich das Fahrzeug in einem sehr guten Zustand befindet, die eine Mindestlaufzeit von 10-15 Jahre sichern.
Seit einigen Jahren spezialisieren sich Firmen auf den Umbau von speziellen Modellen. Hierbei kann man dann immer auf die gleichen Komponenten für den Umbau greifen und ein routinierter Arbeitsablauf kann die Kosten auf bis zu 12000-15000 € drücken, wenn man vor allem den Umbau selber durchführt
Hier einige Bespiele
Classik epower Umbau von Käfer, T1, T2
ESDI EV Technologies Käfer, Bulli,Porsche, Mini
VOLTIMER Mercedes /8 und SL, VW Käfer, Bulli, Fiat 500, Renault R4, Opel Ascona
e-REVOLT VW Golf 7
Emsvolt VW Käfer, Mercedes Pagode, Porsche 911
Hier werden ganze Fahrzeuge, komplette Umbauten und auch Umbaukits angeboten.
Besonders interessant ist eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, die das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung im Auftrag des SWR durchgeführt hat.
Untersucht wurde unter anderem, ob sich die Umrüstung eines zehn Jahre alten VW Golf wirtschaftlich rechnen könnte.
Das Ergebnis:
Fahrzeug Zeitraum bis zur rechnerischen Amortisation
VW Golf Diesel, 10 Jahre alt ca. 7 Jahre
VW Golf Benziner, 10 Jahre alt ca. 9 Jahre
Zugrunde gelegt wird hierbei eine jährlichen Fahrleistung von rund 14.000 Kilometern.
Entscheidend sind dabei die geringeren Energie- und Betriebskosten gegenüber dem ursprünglichen Verbrennungsmotor.
Die Ergebnisse gelten für das untersuchte Rechenmodell. Individuelle Reparaturen, Strompreise, Batterielebensdauer und tatsächliche Umbaukosten können die Wirtschaftlichkeit erheblich beeinflussen
1.Elektromotor
Wird an altes Getriebe mittels Adapter angeflanscht
2,Batteriepaket
Wird oft in den Unterboden oder Kofferraum gesetzt.
3.Inverter/Leistungselektronik
Steuert den Motor und wandelt den Strom passend um. 4.Ladeanschluss
5.On-Board-Lader
Wandelt Wechselstrom aus der Ladesäule in Gleichstrom für die Batterie um
6.CAN-Bus-Emulator
Simuliert Motordaten, damit die orginale Bordelektronik weiter genutzt werden kann
Wenn man einen maßgeschneiderten Umbausatz speziell für das Fahrzeug erwirbt, lassen sich die meisten Komponenten nach Anleitung bei Erfahrung im KFZ-Bereich selber ersetzen. Die Unterbringung und Anschluss der Batterie und elektronischen Komponenten ist die größte Herausforderung und darf nur von Personen mit Hochvoltqualifikation durchgeführt werden.
In einem interessanten Filmbericht vom SWR "Mein Verbrenner wird elektrisch-lohnt sich der Umbau" wird dieses Thema beleuchtet.
Hier werden ein umgebaute DeLorean und ein in Eigenregie umgerüster mitllerweile 21 Jahre alter VW Touran gezeigt.
Ausserdem wird von Äthiopien berichtet, wo Umbauten für ca 5000 € selbst an Fahrzeugen im fragwürdigen Zustand durchgeführt werden. Der Grund ist ein Verbrennerverbot sowie Stromkosten von 0,5 Cent je kWh . So bezahlt man ca 10 Cent pro 100 km.
Frankreich wird als Bespiel aufgeführt, wo es staatliche Förderungen bis 5000 € für Umbauten gibt
Sicherlich wirkt es etwas befremdlich, wenn ein alter Mercedes lautlos an einem vorbeifährt. Allerdings liegen speziell Youngtimer im Trend , was die Neuauflage von Mini, Renault 5, Fiat 500 usw zeigt. Warum dann nicht das Orginal mit moderner Technik. Allerdings muss man beachten, dass man keine H-Kennzeichenzulassung bekommt